Düstere Geschichte über ein mutiges Mädchen, das ihre Mutter retten will - stellenweise ziemlich gruselig für ein Kinderbuch.
Inhalt:Die 11-jährige Rosie ist auf sich allein gestellt. Ihre Mutter widmet sich ausschließlich ihrer Arbeit und scheint Rosie gar nicht wahrzunehmen. Als Rosie ein Buch über Hexen findet, versteht sie, dass eine Hexe ihrer Mutter alle glücklichen Erinnerungen stiehlt. Rosie beschließt ihre Mutter zu retten, doch wie besiegt man eine Hexe?Meine Meinung:Ich habe das Buch spontan aus der Bibliothek mitgenommen, weil mich der Klappentext angesprochen hat, auch wenn es sich eigentlich um ein Kinderbuch handelt.Rosies Geschichte fand ich zu Beginn sehr traurig. Sie ist 11 Jahre alt und ist quasi auf sich alleine gestellt, da ihre Mutter völlig emotionslos scheint und wie ein Roboter nur ihrer Arbeit nachgeht und dann schläft. Rosie muss sie daran erinnern, etwas zu essen. Rosie kümmert sich um die Einkäufe, Rosie kocht das Essen und Rosie denkt an alles. Für eine 11-Jährige ist das ziemlich viel Verantwortung.Rosie flüchtet sich in Geschichten, die sie sich selbst ausdenkt, und versucht, so wenig wie möglich aufzufallen. In der Schule ist sie eher unscheinbar, hat gute Noten und hält sich ansonsten zurück. Ihre beste Freundin Keim ist ihr größter Anker und Rosie hat große Angst, dass diese Freundschaft zerbricht, weil Keim sich verändert, denn Keim beginnt, sich für andere Sachen zu interessieren und wird beliebter.Als Rosie plötzlich Geister sehen kann, ist ihr erster Impuls dennoch, Keim davon zu erzählen. Mir hat sehr gefallen, dass Keim Rosie glaubt und sie unterstützt. So eine Freundin würde ich auch meinen Kindern wünschen. Generell ist Keim sehr loyal und unterstützt Rosie, wo sie nur kann. Keim ist daher ein schönes Vorbild für Freundschaft.Einige Szenen empfand ich als sehr gruselig für ein Kinderbuch, vor allem, als Rosie beginnt Geister zu sehen und die Hexe zum ersten Mal auftaucht. Zum Glück legt sich das schnell und die Geschichte wird kindgerechter. Mir haben die magischen Wesen sehr gefallen, vor allem die Wolkenhirten.Rosie entwickelt sich zu einem mutigen Mädchen, das für ihre Mutter kämpfen möchte, da sie sie trotz allem liebt. Ich fand es sehr schön, wie sie nicht aufgegeben hat, obwohl ihr von vielen Seiten geraten wird, sich zu verstecken und zu fliehen. Rosie beweist nicht nur Mut, sondern auch Kampfgeist und Kreativität. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, aber manchmal etwas holprig. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und ich denke, das ist besonders für Kinder sehr wichtig. Die Geschichte hat ein gutes Tempo und bleibt dennoch glaubhaft. Rosie entwickelt sich in einem authentischen Tempo und muss auch mit Niederlagen zurechtkommen.Das Ende ist schön gelöst. Es bleiben Fragen offen, um die Neugierde auf den zweiten Band zu wecken. Mich konnte die Geschichte auf jeden Fall begeistern und ich werde die Reihe weiterverfolgen.