In diesem Sommer entscheidet sich, ob Alma und Theo eine gemeinsame Zukunft haben. Dafür treffen sie sich in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich, wo ihre gemeinsame Liebe begann. Aber bevor diese Frage geklärt werden kann, blickt der Roman auf ihr Kennenlernen und ihren gemeinsamen Weg zurück.
Alma steht kurz vor dem Abschluss ihres Journalismusstudiums, ihre Leidenschaft aber gilt der Malerei. Zunehmend hinterfragt sie, welchen Weg sie einschlagen möchte, welche Chancen und Möglichkeiten sie noch hat. Sie möchte sich ausprobieren und nichts verpassen.
Theo hingegen hat scheinbar seinen Platz bereits gefunden, denn er arbeitet im Betrieb seines Vaters. Durch Alma beginnt auch in ihm etwas zu arbeiten. Doch Schritt für Schritt gerät er dabei auf die schiefe Bahn.
Obwohl deutlich wird, wie sehr sie einander lieben, eine große Vertrautheit und Nähe herrscht, entwickeln sie sich doch ganz unterschiedlich. So begleitet der Roman ihre Liebe durch Höhen und Tiefen, wobei diese zunehmend unter Druck gerät. Dies ist schmerzhaft zu beobachten, vor allem, da es so schleichend passiert und kein nachvollziehbarer Grund vorzuliegen scheint. Hinzu kommt, dass ihre unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründe die Beziehung zusätzlich belasten. Dennoch spürt man den Wunsch von Alma und Theo, dass sie eine gemeinsame Zukunft haben.
Die Geschichte lebt vor allem von ihren sehr bildhaften und feinfühligen Beschreibungen. Die Autorin zeichnet die Beziehung zwischen Alma und Theo mit großer Sensibilität nach. Die Vertrautheit und Nähe zwischen den beiden sind jederzeit spürbar. Gleichzeitig liegt über der Geschichte ein melancholischer, nachdenklicher Unterton. Allerdings ist die Erzählweise sehr introspektiv. So hatte ich spätestens nach der Hälfte das Gefühl, dass nun alle Gedanken gedacht sind, die Gefühle und gemeinsamen Erlebnisse erzählt und sich die Autorin verstärkt dem Fortschritt der Handlung zuwenden könnte. Dies war nicht der Fall, wodurch für mich das Buch über weite Strecken sehr schwermütig wirkte.
Fazit: Inhaltlich hätte ich dem Buch durchaus 4 Sterne gegeben, da die behandelten Themen relevant, sensibel und überzeugend umgesetzt sind. Vom eigentlichen Leseerlebnis her reicht es für mich jedoch eher für 3 Sterne, da mir etwas mehr aktive Handlung und Leichtigkeit gefehlt haben. Letztlich liegt das aber auch daran, dass die angesprochenen Themen mich momentan nicht so stark abholen. Dennoch ist es ein feinfühliger Roman über Liebe, Zukunftsängste und das Erwachsenwerden.