Beyond His Reach von Mica Healand hat mich ziemlich schnell reingezogen.
Die Geschichte startet direkt heftig: Neomi erlebt eine gewaltvolle Situation mit ihrem Freund John und realisiert, dass er tief in Mafia-Geschäfte verstrickt ist. Ab da gibt es für sie nur noch eine Option weg. Ihre Flucht ist chaotisch, überstürzt und nicht immer logisch, aber genau das fand ich glaubwürdig. Sie ist keine eiskalte Actionheldin, sondern eine Frau, die panisch versucht zu überleben. Ihre Angst, ihre Traumata und dieser ständige innere Konflikt zwischen Kopf und Gefühl ziehen sich durch das ganze Buch.
Der größte Pluspunkt für mich war ganz klar das Setting. Die Rocky Mountains sind nicht einfach nur Kulisse, sondern ein dauerhafter Gefahrenfaktor. Kälte, Erschöpfung, Wildnis man merkt, wie sehr diese Umgebung auf Neomi drückt. Dadurch wirkt die Flucht viel intensiver und realer.
Connor ist ein klassischer grumpy Ex-Elitesoldat, der jetzt als Bergführer arbeitet. Wortkarg, kontrolliert, körperlich präsent. Hinter dieser harten Fassade steckt aber jemand, der erstaunlich empathisch ist und Neomi versteht, ohne viele Worte zu brauchen. Die Anziehung zwischen den beiden baut sich auf der Flucht auf nicht kitschig, sondern situationsbedingt. Nähe entsteht, weil sie sich aufeinander verlassen müssen. Es wird spicy, stellenweise auch recht derb, was man mögen muss.
Die Story bleibt durchgehend spannend, mit Verfolgungsdruck, inneren Kämpfen und Momenten, in denen man merkt, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Der Plot-Twist am Ende hat mich zwar nicht komplett unvorbereitet getroffen, aber die Umsetzung war trotzdem fies. Und dieser Cliffhanger ist einfach gemein.
Beyond His Reach ist eine Romance-Suspense-Story mit viel Spannung, intensiver Atmosphäre, einem starken, aber gezeichneten Female Lead und einem Bad Hero, bei dem man sich nie ganz sicher ist, wie viel man ihm trauen sollte.
Band 2 ist für mich Pflichtlektüre.