Saskia ist ganz besonders mit Schloss Gair verbunden. Viele Erinnerungen, viele Emotionen hängen für sie daran. Und so beschließt sie kurzerhand das Schloss zu kaufen und historisch zu erhalten. Doch das gestaltet sich alles andere als einfach, weil sie keinen Bauleiter findet. Bis sie auf Owen trifft, der dringend einen Job braucht und zusagt, dieses beeindruckende Projekt zu übernehmen. Doch er hat große Vorbehalte und die richten sich nicht nur gegen das Projekt, sondern auch Saskia selbst. Die beiden haben keinen einfachen Start. Missverständnisse und fehlende Kommunikation erschweren die Zusammenarbeit, bis sie an einen Punkt kommen, an dem sie das Ziel nur erreichen können, wenn sie zusammenhalten.
Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen an dieses Buch nicht besonders hoch waren. Das wunderschöne Cover und der interessante Klappentext machten mich neugierig und ich wollte mich ganz unbedingt auf diese Geschichte einlassen. Und das tat ich und war von der ersten Seite an überrascht und gefangen genommen in einer Weise, mit der ich nicht gerechnet hatte.
Überrascht von dem super gut zu lesenden Schreibstil, der Gair und die Natur rund um Gair so wunderschön beschreibt und einfängt und eine Atmosphäre erschafft, die man nur als Wohlfühlatmosphäre beschreiben kann. Eindrückliche Bilder, schnörkellos erzählt, machten mir den Einstieg in das Buch unheimlich leicht.
Ich hatte damit gerechnet, dass ich eine recht ruhige Geschichte bekomme, der ich vielleicht auch ein bisschen Zeit geben muss, bis sie auf mich wirkt. Eine ruhige Geschichte habe ich bekommen, die aber genau den Ton trifft, den sie braucht. Die Erzählung braucht keine Action, keine raschen Szenen. Sie lebt viel mehr von den Zwischentönen und den besonderen Charakteren, die die Geschichte tragen. Was ich aber nicht hatte, war Zeit, die ich der Geschichte geben musste, denn sie wirkte von der ersten Seite an sehr eindrücklich auf mich. Ich hatte keinerlei Startschwierigkeiten.
Dadurch, dass die Geschichte sich auf Saskia und Owen konzentriert und es nur ein paar wenige Nebencharaktere gibt, die eine Rolle spielen, konnte ich wunderbar den Überblick behalten. Dass Owen keine einfache Persönlichkeit ist, wäre zu Beginn der Geschichte noch nett ausgedrückt. Er tat über viele Seiten wirklich viel dafür, dass ich ihn nicht wirklich mochte. Spannend wird es aber, als seine harte Schale fällt und man den Owen dahinter kennenlernen darf. Spannend wird es auch, als man auch hinter Saskias Fassade blicken und sie immer besser kennenlernen darf. Ich fand die beiden im Zusammenspiel sehr interessant, stellenweise sehr kontrovers, aber immer aneinander wachsend.
Der Verlauf der Geschichte birgt sogar trotz der eher ruhigeren Erzählung einige spannende und unerwartete Momente, die ich richtig gut fand. Das sorgte dann neben dem sowieso schon vorhandenen Lesefluss dafür, dass ich richtig gefesselt war, weil ich wissen wollte, wie die ganze Situation ausgeht.
Letztendlich zeigt die Geschichte sehr gut, was im Leben wirklich zählt und dass es manchmal wichtig ist, sich auf das Wesentliche zu besinnen und zeitweise sogar einen Schritt zurück zu gehen und Dinge aus der Ferne zu beobachten, um Klarheit zu bekommen.
Ein wunderschönes Buch, das ich unheimlich gerne gelesen habe. Wunderschöne Naturbeschreibungen, tolle Charaktere mit Tiefe und ein Schreibstil, der sich ganz wunderbar lesen lässt. Eine Geschichte, die mich tief berührt und mitgenommen hat und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.