Erschütternde Schilderungen eines Megastars
Inhalt: Als Britney Spears im Juni 2021 vor Gericht aussagte, hielt die Welt den Atem an. Der Moment, in dem sie ihre Stimme erhob und die Wahrheit sprach, sollte ihr Leben verändern - und das unzähliger anderer. "The Woman in me" enthüllt erstmals ihre ganze, unglaubliche Geschichte und offenbart die innere Kraft einer der größten Künstlerinnen der Popmusikgeschichte. Mit bemerkenswerter Offenheit und Humor beweisen Britney Spears' Memoiren, welche Macht der Musik und der Liebe innewohnt. Und sie zeigen, wie wichtig es ist, dass eine Frau endlich in ihren eigenen Worten und zu ihren eigenen Bedingungen ihre Geschichte erzählen kann. Meinung: Als Kind der Neunziger bin ich mit Britney Spears' Musik großgeworden. Das erste Mal hörte ich ihren Hit (ich glaube, meine Nachbarn spielten ihn damals auf CD oder Kassette) "Baby one more time" mit sieben Jahren im Garten beim Turnen. Ich weiß nicht, warum es gerade diese Situation ist, an die ich mich so lebhaft erinnere. Bei anderen Liedern habe ich keine Ahnung, wann und wo ich sie zum ersten Mal gehört habe. Mir gefiel ihre Musik, wobei ich nie ein Fan war, der sich Poster von dem Megastar im Zimmer aufgehängt hat oder Ähnliches. Eine CD hatte ich von ihr (In the Zone).Ich kann mich noch gut an die Schlagzeilen erinnern, die gefühlt jeden Monat in der "Bravo" und anderen Teenie-Zeitschriften von Britney erschienen waren. Kein anderer Star wurde so auf Schritt und Tritt verfolgt. Schon damals als Kind kam es mir falsch vor, die Sängerin in der Öffentlichkeit bloßzustellen. Die "Fehltritte" von ihr, über die sich die Welt das Maul zerrissen hatte, schienen kein Ende zu nehmen. Daher wollte ich auch ihre Sicht der Dinge hören und habe mir das Buch "The Woman in me" gekauft.Die Sprache ist relativ einfach, teilweise liest sich der Schreibstil wie von einem Schulaufsatz. Das hat mich ein wenig enttäuscht, ebenso wie die Tatsache, dass viele Dinge, die man bereits aus den Medien wusste, oberflächlich behandelt wurden.Dass Britneys Mutter mit ihrer damals dreizehnjährigen Tochter Cocktails trank, war dann doch eine Wucht, wo ich nicht zum ersten Mal eine Abneigung gegen ihre Eltern empfunden habe.So, wie der Megastar über die Beziehungen zu Männern spricht, überrascht es mich nicht, dass sie von vielen ausgenutzt wurde. Sie macht einen sehr naiven Eindruck und scheint sich ziemlich schnell um den Finger wickeln zu lassen, nur weil man etwas Nettes zu ihr sagt oder sie anlächelt. So wurde sie auch von ihrer Familie hintergangen. Immer und immer wieder, bis sie die gesamte Kontrolle über die mittlerweile erwachsene Frau hatten.Ob sich tatsächlich alles so zugetragen hat, wissen nur die Beteiligten, aber falls es so war, wie in dem Buch geschildert, dann ähnelt diese Vormundschaft einem Horrorstreifen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es jemand übers Herz bringt, seinem eigenen Kind so etwas anzutun. Britney stellt sich selbst als Unschuldslamm dar, das immer erst viel zu spät merkte, wenn man ihr übel mitspielte. Einerseits tut sie mir extrem leid, andererseits kann ich es mir nicht vorstellen, dass sie sich tatsächlich nie etwas zu Schulden hatte kommen lassen, wie sie stets betont.Wie dem auch sei, solche Umstände, wie sie in den dreizehn Jahren der Vormundschaft miterleben musste, sind unzumutbar und ich finde es sehr mutig, dass sie ihre Geschichte in einem Buch verarbeitet hat.Hoffentlich hat sie die Freude am Leben wiederentdeckt und ich wünsche ihr, dass sie jemanden findet, der es ernst mit ihr meint.Das Buch beurteile ich nach dem Schreibstil und dem Lesefluss und vergebe 3 von 5 Sternen. Abzüge gibt es wegen des holprigen Schreibstils, der Übersetzung, der unzähligen Schreibfehler und der ständigen Wiederholungen (oftmals kam es mir so vor, als hätte sie dasselbe bereits zum fünften Mal erwähnt. Es gab auch chronologisch einige Sprünge, wo sie immer wieder auf dasselbe zu sprechen kam.).Der Preis liegt mit 25€ deutlich zu hoch, wage ich zu behaupten, da das Buch keine 300 Seiten hat und es ein sehr schlampiges Lektorat/Korrektorat hat. Macht insgesamt keinen hochwertigen Eindruck, wenn auf so wenigen Seiten so viele Fehler vorhanden sind.