Was mir an den Krimis von Helene Tursten gut gefällt, ist das persönliche Umfeld der Kommissarin, das sich mitentwickelt und so "normal" ist wie das anderer Menschen (endlich mal was anderes als der typisch skandinavische Familie-kaputt-beziehungsunfähig-grenzdepressiv-Typ).Auch der Plot zu diesem Buch ist interessant, aber leider ist die Geschichte nur teilweise spannend erzählt. Da recht bald klar ist, wer der Täter sein muss, hätte da etwas mehr Thrill gut getan. Außerdem fehlt mir ein bisschen "Hintergrund" zum Mörder - die Eltern jung verloren zu haben, bei der Großmutter aufgewachsen und schon immer etwas anders als anderen zu sein, reicht mir da nicht. Warum hat der Täter einen derartig ausgeprägten religiösen Wahn? Warum "entsorgt" er seine Leichen auf diese bestimmte Art und Weise? Was hat ihn letztendlich so traumatisiert, dass er zum Serienmörder wird?Auch wenn Fragen offen bleiben und mich das Buch nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißt, bleibt ein gut lesbarer und unterhaltsamer Schwedenkrimi.